Die Hühner, ihre Augen und ein ProblemWarum sie beim Gehen mit dem Kopf wackeln
Hühner haben Augenprobleme, denn ihre Sehorgane sind fast starr. Um besser sehen zu können gehen sie einen besonderen Weg. Sie wackeln mit dem Kopf.
Wenn Hühner sich fortbewegen wackeln sie unübersehbar mit dem Kopf. Warum machen die flugunfähigen Vögel so etwas? Was für einen Sinn hat die Wackelei? Der sprichwörtliche Schrei nach Aufmerksamkeit ist es wohl eher nicht. Auch wenn die Vermutung nahe liegt - das Schlenkern mit dem Kopf hat auch nichts mit etwaigem Balzverhalten zu tun. Die Antwort ist dennoch ganz einfach. Hühner wackeln mit dem Kopf um besser sehen zu könnenDas Geflügel kann nämlich seine Augen kaum bewegen, wodurch die Sicht mehr als eingeschränkt zu bezeichnen ist. Um dieses Problem ausgleichen zu können halten sie während des Gehens den Kopf still. So ist es den Hühnern möglich ein scharfes Abbild des Umfeldes zu bekommen. Für den Beobachter widerum sieht es schließlich so aus als würden die Vögel mit dem Kopf wackeln obwohl sie ihn eigentlich nur nachziehen. Für die Hühner ist der beschriebene Vorgang eine reine Notwendigkeit. Allerdings erklärt das noch nicht die zugrunde liegenden Ursachen. Also warum hat sich die Evolution für die Hühner eine solche Strategie einfallen lassen? Was beim Sehen passiertGrundsätzlich ist die Antwort auf diese Frage in der Konstruktion der Augen zu suchen. Denn diese sehen, indem sie mit der Linse ein Abbild der Umgebung auf die lichtempfindliche Netzhaut projizieren. Das was hier als Abbild bezeichnet wird ist physikalisch betrachtet eigentlich elektromagnetische Strahlung - denn das ist Licht nun einmal. Jetzt könnte man natürlich auf die Idee kommen, dass Bäume, Felder und Gebäude - eben alles was man sich unter dem Begriff Umgebung vorstellt - doch gar kein Licht sind. Im Prinzip ist dies selbstverständlich richtig. Dennoch betrachten Augen, egal ob vom Huhn, vom Menschen oder vom Fisch nicht die Objekte selbst, sondern nur das Licht, dass diese reflektieren und brechen. Im Sehorgan selbst erzeugen die absorbierten Lichtwellen Änderungen im Erregungszustand der ableitenden Nervenbahnen. Die Nerven senden diese Erregungsänderungen weiter zum sogenannten visuellen Cortex. Dort und in weiteren übergeordneten Schaltzentralen des Gehirns werden die Projektionen verarbeitet und zu Bildern zusammengesetzt. Menschen haben die Augenprobleme der Hühner nichtDiese vielen Prozesse benötigen eine gewisse Zeit, müssen doch die Sinneszellen reagieren und das Gehirn die Informationen die es erhält verarbeiten können. Nun gibt es leider ein Problem bei den Hühnern. Damit das Sehen bei funktioniert muss das Abbild auf jeden Fall zumindest kurzfristig stabil sein. Das Auge eines Huhns ist jedoch fast starr und kann deswegen Wackeleien die bei Bewegungen wie zum Beispiel dem Gehen entstehen nicht selber kompensieren. Deshalb springt der Kopf für die Augen ein. Das menschliche Auge ist zum Glück dafür geschaffen Gegenstände und Bilder zu fixieren und gleicht Wackeleien einfach durch schnelle Eigenbewegungen aus. Würde ja auch ziemlich verstörend aussehen wenn alle Menschen mit dem Kopf herumwackeln würden.
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